Fr. Dez 14th, 2018

Quo Vadis, Sebastian Rudy?

Beim Testspiel Mitte der Woche gegen den Hamburger SV stand Sebastian Rudy letztmals für seinen aktuellen Arbeitgeber Bayern München auf dem Platz. Im DFB-Pokal gegen Drochtersen-Assel gehörte er schon nicht mehr zum Kader der Münchner. Das mediale Rauschen über einen Wechsel des 26-fachen Nationalspielers wird täglich lauter. Galt zunächst RB Leipzig als Favorit für einen Wechsel, häufen sich zuletzt die Meldungen, dass Schalke 04 die besseren Karten hätte.

Schaut man sich die sportlichen Situationen der beiden Vereine und der des Spielers genauer an, kann das Ziel eigentlich nur Leipzig heißen. Sebastian Rudy erlebte seine erfolgreichste Zeit als Spieler bei der TSG Hoffenheim unter Julian Nagelsmann. Eine seiner großen Stärken liegt in seiner Vielseitigkeit, die er auch bei der Nationalelf unter Beweis stellte. Ob auf der zentralen oder defensiven Position im Mittelfeld oder als rechter Verteidiger – Rudy sorgt für Ballkontrolle, Übersicht und Ordnung. Die meisten und besten Spiele absolvierte er im zentral defensiven Mittelfeld. Dort wurde er zum Nationalspieler und in der Zentrale sollte auch seine Zukunft liegen.

Schaut man sich nun die Kader der beiden Vereine an, ergibt ein Wechsel zu Schalke recht wenig Sinn. Dort wurden mit Mascarell und Serdar bereits zwei Neuverpflichtungen für die Zentrale getätigt, während Bentaleb, McKennie, Stambouli und gegebenenfalls Johannes Geis die Konkurrenzsituation auf die Spitze treiben. Mit Thilo Kehrer wurde ein Rechtsverteidiger abgegeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass diesen eins zu eins ersetzt, scheint ebenso gering wie das überfüllte Mittelfeld noch weiter aufzufüllen.

Bei RB  Leipzig hingegen fehlt es nach dem Abgang von Naby Keita noch immer an einem zentralen Umschaltspieler der Güteklasse eines Sebastian Rudy. Und während Demme, Ilsanker und Laimer nicht unbedingt den nächsten Entwicklungsschritt versprechen, könnte die Erfahrung des deutschen Nationalspielers helfen den jungen Kader zu formen. Hier würde es also Sinn ergeben, wie bei Kevin Kampl, wenn Ralf Rangnick seine Regel keine Spieler älter als 23 zu verpflichten, brechen würde. Darüber hinaus wird RB kommende Saison von Julian Nagelsmann trainiert, der es sicherlich begrüßen würde die äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Rudy zu Hoffenheimer Zeiten nächstes Jahr in Leipzig fortzuführen.

Die finanzielle Situation spricht jedoch eher für Schalke 04. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Kehrer sorgen für viel Spielraum, um die aufgeforderten 20 Millionen Euro für Rudy zu begleichen. RB Leipzig jedoch muss darauf achten, die Spielregeln des FFP einzuhalten. Gut möglich, dass der Deal daher noch auf die Qualifikation von RB Leipzig für die Europa League wartet. Hierdurch hätte RB größeren finanziellen Spielraum und Rudy die Gewissheit auch nächstes Jahr in der Königsklasse zu spielen.

Schrammenhans