Fr. Dez 14th, 2018

Was bleibt vom Wochenende…

Das Wochenende bot wieder allerlei Aufregendes aus Europas Topligen. Schrammenhans präsentiert euch eine Auswahl der wichtigsten Ereignisse

Ein Rückblick

1. Der Video-Assistent bleibt problematisch
Wie wir bereits nach dem Bundesliga-Auftakt vom Freitag berichteten, scheinen die Verantwortlichen der Bundesliga nicht viel von der WM in Sachen Video-Assistent mitgenommen zu haben. Die restlichen Partien des Wochenendes bestätigten diesen Eindruck nur allzu deutlich: Unklare Kommunikation zwischen Schiedsrichtern, Spielern und Fans, zweifelhafte Entscheidungen und minutenlange Schiedsrichter-Analysen vor dem Bildschirm am Spielfeldrand bleiben in Erinnerung. Den Gipfel bot die Partie Schalke gegen Wolfsburg, bei der ein Slapstick-ähnliches Hin-und-Her von gelben und roten Karten für Verwunderung sorgte. Ob der VAR (Video Assistent Referee) in dieser Form eine Zukunft hat, bleibt fraglich.

2. Das Verletzungspech auf Bayerns Außen – Kommt Draxler?
Kingsley Coman verletzte sich im ersten Spiel der Saison erneut schwer. Ein Riss des Syndesmosebands wird den Flügelspieler für mehrere Monate außer Gefecht setzen. Er reiht sich damit nahtlos in die unglückliche Historie von Verletzungen auf Bayerns Außenpositionen ein. Arjen Robben und Franck Ribery können ein Lied davon singen. Mit der Verpflichtung von Serge Gnabry und Alphonso Davies wurde für solche Fälle eigentlich vorgesorgt. Dass dies jedoch angesichts des Alters von Robbery für eine ganze Saison ausreicht, erscheint mehr als fraglich. Ein spannender Vorschlag kommt aus Paris: Julian Draxler könnte in einem Tauschgeschäft mit Jerome Boateng auf dieser Position für Abhilfe sorgen.

3. Konkurrenz für Bayern? Dortmund macht Hoffnung
Nach einem Spieltag wurde noch kein Meister gekürt. Doch der Sieg der Bayern am Freitag gegen die TSG Hoffenheim trotz einer teilweise biederen Leistung bestätigte, dass Bayern nicht mal in Hochform sein muss, um Spiele zu gewinnen. Die Dortmunder zogen jedoch am Sonntag im Topspiel gegen Mitkonkurrent RB Leipzig in selber Manier nach. Der junge, hochtalentierte Kader machte kein allzu gutes Spiel und gewann dennoch mit 4:1. Die taktische Finesse und Erfahrung von Lucien Favre im Zusammenspiel mit den überzeugenden Neuzugängen um Axel Witsel lassen hoffen, dass die Dortmunder diese Saison möglichst lange mit den Bayern konkurrieren können. 

4. Tuchels Defensive noch nicht Titelreif
Zurück nach Paris. Am dritten Spieltag der französischen Liga siegte der Klub von Thomas Tuchel mit 3:1 gegen Angers. Der kurz nach seinem Wechsel direkt in die Startelf beorderte Thilo Kehrer war der Pariser Defensive noch keine große Hilfe. Der ehemalige Schalker wirkte im neuen System unsicher, verursachte einen Elfmeter und wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt. Dass es für Paris dennoch zum Sieg reichte, lag erneut an der überragenden Offensive um Neymar, Mbappe und Cavani. In der französischen Liga wird dies problemlos zur Meisterschaft gereichen. Für internationale Titel besteht bei den Parisern jedoch noch deutlicher Handlungsbedarf. Die Chancen auf Jerome Boateng sind durch ein mögliches Tauschgeschäft mit Julian Draxler gestiegen.

5. Danke, Wolverhampton – Spannung in England
Die englische Liga verspricht dieses Jahr Spannung auf höchstem Niveau. Zu verdanken ist dies neben starken Leistungen der Mitfavoriten Liverpool und Chelsea insbesondere einer couragierten Leistung der Wolverhampton Wanderers. Diese rangen nach einem mitreißenden Match den amtierenden Meister und diesjährigen Favoriten Manchester City ein 1:1 Unentschieden ab. Währenddessen liefert Liverpool ebenso souveräne wie defensiv starke Leistungen ab. Mit diesen, im letzten Jahr nicht immer vorhandenen, Qualitäten kristalliert sich das Team von Jürgen Klopp tatsächlich zum ernsthaften Kandidaten auf die Meisterschaft heraus.

6. Keine Lust mehr auf Fußball? Özil wirft Fragen auf
Derweil wirft Mesut Özil nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft weiter Fragen auf. Aufgrund einer angeblich krankheitsbedingten Abwesenheit im Spiel des FC Arsenal gegen West Ham United wird auch in England fleißig spekuliert. Schwache bis mittelmäßige Leistungen in den vorangegangenen Spielen, eine frühe Auswechslung am 2.Spieltag gegen Chelsea und Özil’s typische Körpersprache lassen vermuten, dass sein Trainer Unai Emery ihm eine schöpferische Pause verordnet haben könnte. Der wirkliche Spaß am Fußball könnte ihm nach dem Sommertheater und der überzogenen Kritik verständlicherweise tatsächlich abhanden gekommen zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass Özil diesen wiederfindet.

Schrammenhans