Fr. Dez 14th, 2018

Wenig Scheichlich….

Zum Ende der Transferfrist hat PSG noch zweimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Große Namen sucht man dabei vergeblich. Typisch Thomas Tuchel oder gehen Paris die katarischen Gelder aus?

Neymar, Mbappé, Cavani, Beckham, Ibrahimovic, Buffon – Der Klub von Deutschlands Trainer Thomas Tuchel ist seit der Übernahme katarischer Investoren für große Namen bekannt. Die Fans sind es gewohnt Woche für Woche Weltklassefußballer im heimischen Prinzenpark zu sehen. Am Deadline Day schaute man in Paris jedoch etwas verwundert in die Gazetten.
PSG verpflichtete am letzten Tag der Transferperiode zwei Spieler: Von Bayern München kam der linke Außenverteidiger Juan Bernat, vom Premier League Absteiger Stoke City der ehemalige Bundesligaspieler Eric Maxim Choupo-Moting. Auch die Verpflichtung des ehemaligen Schalkers Thilo Kehrer ließ die Franzosen etwas ratlos zurück.

Zeit des großen Geldes in Paris vorbei? Mitnichten!
Wer jetzt vermutet, dass die katarischen Geldreserven langsam zu Ende gehen, der irrt sich gewaltig. Es ist eher so, dass auch der mit enormer Machtfülle ausgestattete Präsident von Paris, Nasser Al-Khelaifi, dieses mal nicht in unbegrenztem Ausmaße das Financial Fair Play (FFP) der Fifa umgehen kann. Dabei ist vor allem nicht zu vergessen, dass Paris nach einjähriger Leihe erst dieses Jahr Kylian Mbappé für schlappe 135 Millionen Euro verpflichtet hat. Mit Thilo Kehrer (37 Millionen) und Juan Bernat (7) stehen 172 Millionen Euro an Ausgaben 107 Millionen an Einnahmen gegenüber. Ein Saldo von Minus 72 Millionen scheint für die Pariser dieses Jahr scheinbar noch drin zu sein.

Tuchel gibt wenig auf große Namen
An das ungewohnte Gefühl No-Names zu verpflichten, müssen sich die Pariser gegebenenfalls gewöhnen. Das zeigt auch die Verpflichtung von Thilo Kehrer, der mit 37 Millionen Euro keine „günstige“ Lösung wie Bernat und Choupo-Moting darstellt. Thomas Tuchel folgt dabei seinen Überzeugung auf junge Spieler und ehemalige Weggefährten zu setzen. Zu ersterem lässt sich Kehrer zählen. Mit Choupo-Moting wechselt ein Spieler zu Tuchel, den dieser noch aus Mainzer Zeiten kennt. Dieses Vorgehen konnte man zu Dortmunder Zeiten bei der Verpflichtung von Andre Schürrle beobachten, der damals als absoluter Wunschspieler von Tuchel galt. Bleibt für Hamburger Fans zu hoffen, dass Tuchel in der Winterpause nicht auch noch Lewis Holtby nach Paris lotst.

Meisterschaft ein Klacks – International gefordert
Die Idee mit den Verpflichtungen seinen Kader zu verbreitern scheint absolut sinnvoll. Schließlich benötigen die Stars auch genug Pausen um frisch für die wichtigen Partien in der Champions League zu sein. Die nationale Meisterschaft lässt sich dabei in einer Liga ohne echte Konkurrenten eh auf einer Arschbacke sitzend erreichen. Das Interesse an Jerome Boateng und Renato Sanches jedoch deuten darauf hin, dass Tuchel mit seinem Kader noch nicht vollends zufrieden ist. Besonders das Mittelfeld scheint nicht ganz das Niveau vom Rest des Kaders inne zu haben. Sollte der verletzungsanfällige Marco Verrati einmal ausfallen, sieht es schon mager aus. Rabiot und Diarra repräsentieren nur an guten Tagen internationale Klasse, die defensiven Meunier und Marquinhos wie im letzten Ligapsiel gegen Angers in Mittelfeld zu ziehen erscheint ebenso als Notlösung, wie die offensiveren Draxler und Di Maria dorthin zu ziehen.
Thomas Tuchel wird einen Plan haben wie er seinen vor allem offensiv starken Kader ausrichtet. Ein erster echter Test erwartet ihn am ersten CL-Spieltag am 18.September. Dort trifft er an der Anfield Road auf Liverpool und seinen ehemaligen Dortmunder Vorgänger Jürgen Klopp.

 

 

Schrammenhans