Fr. Dez 14th, 2018

Yuya Osako der perfekte Fit für Werder?

Bei der WM 2018 in Russland schied Yuya Osako unglücklich mit seinen Samurai Blue im Achtelfinale gegen die hoch favorisierten Belgier aus. Trotz großem Kampf und einer zwischenzeitlichen 2:0 Führung reichte es am Ende nicht für die fleißigen Japaner. Osako spielte dabei gegen die roten Teufel durch. Auch in den drei anderen WM-Spielen bekam der Neu-Werderaner fast die kompletten Spielanteile. Lediglich eine Halbzeit gegen Polen verpasste er.

Typisch japanisch, aber besser als Muto und Okazaki?
Das ist besonders deswegen bemerkenswert, da er zwei scheinbar stärkere Konkurrenten auf die Bank verdrängte – zumindest wenn man Ligazugehörigkeiten und Ablösesummen als Bewertungsgrundlage nimmt. Mit Shinji Okazaki, der zur Saison 15/16 für 11 Millionen Euro Ablöse zu Leicester City wechselte und dort direkt englischer Meister wurde, und Yoshinuro Muto, der diese Saison für 11 Millionen plus Bonuszahlungen zu Newcastle United wechselte, hat Osako gleich zwei teurere Legionäre aus der stärksten Liga der Welt ausgestochen. Was natürlich auch stets von Spielsystem, Form und Fitness abhängt, lässt dennoch erahnen, dass Bremen in Osako einen starken und verhältnismäßig günstigen Spieler verpflichtet hat. In den Spielen bei der WM waren seine Stärken sichtbar.
Osako vereint die so typisch japanischen Qualitäten: Teamplay, Laufstärke, Technik. Er ist kein klassischer
Torjäger, eher ein ständiger Unruheherd, der sich zwischen Linien bewegt, Gegenspieler nervt, mitdenkt und mitspielt. Das er dennoch weiß wo der Kasten steht, hat er mit seinen Kopfballtreffern gegen die turmhohen Kolumbianer bei der WM, wie auch im letzten Vorbereitungsspiel der Bremer gegen Villareal bewiesen. Letzte Saison in Köln hingegen litt er ebenso unter dem Abgang vom Top-Torjäger Anthony Modeste wie die restliche Offensive. Die Idee diesen sogar zu ersetzen, ging nicht auf. Mit lediglich sechs Scorerpunkten vermochte er diese Lücke nicht zu schließen.

Das System in Bremen passt besser als in Köln
In Bremen erwartet Osako nun wieder ein passenderes offensives Set-up. Nach dem Abgang vom Zentrumsstürmer Ishak Belfodil ist Max Kruse die klare Nummer 1 in der Spitze, gefolgt von Pizarro. Im offensiv ausgerichteten System von Trainer Kohfeldt wird diese von zwei Spielern flankiert. In den letzten Spielen der Vorsaison hießen die Alternativen dort Gondorf, Rashica, Kainz und Eggestein. Diese Saison ist der Kader auf den Flanken noch breiter besetzt. Während Gondorf, eh Aushilfe auf der Position, den Verein verlassen hat, befeuern Neuzugang Harnik
und Rückkehrer Fin Bartels den Konkurrenzkampf. Dennoch kann sich Osako gute Chancen ausrechnen. Bartels ist nach Verletzung noch lange nicht wettbewerbsfähig und scheint eher für die Rückrunde wieder eine vollwertige Option zu sein. Die jungen Eggestein und Sargent gelten als hochtalentierte, aber noch nicht ebenbürtige Konkurrenten, zumal beide auch eher eine Option für die Spitze darstellen. Es deutet sich ein Vierkampf auf den Außenpositionen an, der sich zwischen Harnik, Kainz, Rashica und Osako entscheiden wird. Osako’s Plus hierbei wird sicherlich seine Vielseitigkeit und Konstanz sein, sowie die defensiven Qualitäten, die besonders im Kohfeldt-System zum Trumpf werden können. Während Rashica gegen tief stehende Gegner und als Joker glänzen könnte, haben Kainz und Harnik immer wieder mit Konstanz und leider auch Verletzungen zu kämpfen. Letzterer verpasst den Saisonstart aufgrund eines Muskelfaserrisses.
Rotation, Verletzungen und auf Gegner angepasste Systeme werden sicherlich dazu führen, dass mehrere Spieler auf ihre Spielanteile kommen werden. Mit Yuya Osaka hat Werder Bremen aber vielleicht den optimalen Spieler für Außen gefunden, der mit seiner offensiven Vielseitigkeit und den defensiven Qualitäten perfekt in Kohfeldt’s offensives System passen könnte.

Schrammenhans